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CBD, Legalität und Tests: Welche Risiken bestehen?

CBD genießt derzeit ein deutlich besseres Image als THC-haltiges Cannabis. In Frankreich sind Verkauf und Konsum legal, da Cannabidiol nicht als Betäubungsmittel eingestuft ist. Diese Legalität bedeutet jedoch nicht, dass keinerlei Risiken bestehen, insbesondere im Hinblick auf Verkehrskontrollen, Speicheltests oder strafrechtliche Konsequenzen.

Der entscheidende Punkt ist einfach: Bei einem Drogentest wird nicht CBD, sondern THC nachgewiesen. Produkte, die als CBD werden, können jedoch Spuren von THC enthalten, manchmal sogar in Mengen, die im Speichel, Blut oder Urin nachweisbar sind. Mit anderen Worten: Der Konsum eines als CBD gekennzeichneten Produkts schützt nicht vor einem positiven Test und den damit verbundenen Strafen.

CBD ist in Frankreich legal, jedoch nur unter bestimmten Auflagen

In Frankreich stellt die OFDT (Französische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht) klar, dass CBD nicht als Betäubungsmittel eingestuft wird. Verkauf und Konsum sind daher legal. Diese Unterscheidung ist wichtig, da sie Cannabidiol rechtlich von THC trennt, das weiterhin die psychoaktive Substanz ist, die primär im Fokus der Betäubungsmittelgesetzgebung steht.

Diese Legalität sollte jedoch nicht als Freifahrtschein missverstanden werden. Ein unter der Bezeichnung „CBD“ verkauftes Produkt kann eine andere Zusammensetzung als erwartet aufweisen. Verbraucher könnten daher annehmen, ein legal zugelassenes und „harmloses“ Produkt zu erwerben, obwohl es in Wirklichkeit nachweisbare Mengen an THC enthält.

In der Praxis rührt das Risiko nicht nur vom rechtlichen Rahmen für CBD selbst her, sondern auch von der tatsächlichen Zusammensetzung der auf dem Markt erhältlichen Öle, Blüten, Harze, Aufgüsse oder E-Liquids. Hier liegt die Grauzone: Ein Produkt, das legal erscheint, kann seinen Konsumenten ernsthaften Gefahren aussetzen, insbesondere beim Autofahren.

Warum ein CBD-Produkt zu einem positiven Test führen kann

Die französische Drogenüberwachungsbehörde OFDT weist ausdrücklich darauf hin, dass als CBD verkaufte Produkte Spuren von THC enthalten können. Diese Spuren lassen sich im Blut, Urin und möglicherweise auch im Speichel nachweisen. Das Problem ist daher nicht theoretischer Natur: Es besteht ein reales Risiko für den Konsumenten, selbst wenn er glaubt, ein gesetzeskonformes Produkt zu konsumieren.

Dieses Risiko wird durch auf dem Markt festgestellte Kennzeichnungsfehler noch verstärkt. Eine OFDT-Studie aus den Jahren 2022–2023 ergab, dass nur ein Teil der analysierten Proben den Kennzeichnungsvorschriften entsprach. Noch auffälliger ist, dass von den gekennzeichneten Produkten lediglich 19 % tatsächlich die angegebene Zusammensetzung aufwiesen, was einer Fehlermarge von 20 % entspricht.

Die Studie zeigt außerdem, dass 12,5 % der analysierten Proben einen Δ9-THC-Gehalt von über 0,3 % aufwiesen. Dieser Anteil stieg zwischen 2022 (8 %) und 2023 (14,5 %) sogar noch an. Daher garantiert der Kauf eines als „CBD“ gekennzeichneten Produkts weder die korrekte Zusammensetzung noch die Abwesenheit von THC oder die Vermeidung rechtlicher Risiken.

Straßenkontrollen: Worauf die Tests wirklich abzielen

Bei Drogenkontrollen im Straßenverkehr suchen Polizeibeamte nach Betäubungsmitteln verschiedener Gruppen: Cannabinoiden, Amphetaminen, Kokain und Opiaten. Die Tests beschränken sich daher nicht auf Cannabis, doch im Hinblick auf CBD steht das Vorhandensein von THC im Vordergrund.

Speicheltests haben sich zu einem wichtigen Instrument entwickelt. Die Verordnung von 2016 legt die Verfahren für das Screening mittels Speichel- oder Urinproben genau fest. Die Nachweisgrenze für THC im Speichel liegt bei 15 ng/ml. Enthält ein CBD-Produkt also THC, selbst in einer vom Käufer nicht erwarteten Menge, kann dies zu einem positiven Testergebnis führen.

Es ist daher wichtig, zwei Dinge zu unterscheiden: CBD ist nicht das Molekül, nach dem Drogenkonsumenten am Straßenrand suchen, aber ein CBD-Produkt kann eine Quelle für THC sein. Genau dieser Widerspruch sorgt für Verwirrung bei vielen Konsumenten, die glauben, rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, weil sie kein „traditionelles“ Cannabis konsumiert haben.

Fahren unter Drogeneinfluss: eine Null-Toleranz-Politik

Die französische Straßenverkehrssicherheitsbehörde weist darauf hin, dass das Fahren unter Drogeneinfluss unabhängig von der konsumierten Menge verboten ist. Anders als bei Alkohol gibt es für Drogen keine vergleichbare allgemeine Toleranzgrenze. Sobald der Konsum von als Betäubungsmittel eingestuften Substanzen nachgewiesen ist, kann eine Verurteilung erfolgen.

Dieser Rechtsrahmen bleibt uneingeschränkt gültig. Das Gesetz von 2003 zum Fahren unter Drogeneinfluss ist auf Légifrance auch am 1. Juli 2026 noch anwendbar. Die praktische Botschaft ist daher eindeutig: Der legale Verkauf eines Produkts schützt den Konsumenten nicht automatisch, wenn ein Test das Vorhandensein von THC nachweist.

Diese Null-Toleranz-Politik verdeutlicht, warum Vorsicht geboten ist. Selbst ein Konsument, der in gutem Glauben handelt und überzeugt ist, ausschließlich legales CBD verwendet zu haben, kann rechtlich belangt werden, wenn das konsumierte Produkt THC enthielt. Die Debatte verlagert sich dann von der Absicht hin zum Testergebnis und den darauffolgenden Kontrollen.

Welche Strafen drohen bei einem positiven Testergebnis?

Die Strafen für das Fahren unter Drogeneinfluss sind schwerwiegend. Fahrern drohen bis zu zwei Jahre Haft und eine Geldstrafe von 4.500 Euro. Zusätzlich werden ihnen automatisch sechs Punkte im Führerschein abgezogen, was mitunter unmittelbare Folgen für ihr Berufs- und Privatleben hat.

Bei Drogen- und Alkoholkonsum fallen die Strafen höher aus. In diesem Fall kann die Strafe bis zu drei Jahre Haft und eine Geldstrafe von 9.000 € betragen. Diese erhöhte Strafe trägt der besonderen Gefahr Rechnung, die von der gleichzeitigen Einnahme mehrerer psychoaktiver Substanzen beim Autofahren ausgeht.

Bei einem Unfall mit Körperverletzung fallen die strafrechtlichen Folgen noch gravierender aus. Es drohen bis zu fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe von 75.000 Euro. Diese Summen verdeutlichen, dass das Risiko nicht nur administrativ oder theoretisch ist: Es kann sehr schnell zu einem schweren Strafverfahren führen.

Die Verweigerung eines Tests führt nicht zur Straffreiheit

Manche Autofahrer glauben, dass sie durch die Verweigerung eines Speichel- oder Bluttests das Risiko verringern könnten, wenn sie von der Polizei angehalten werden. Das ist ein Irrtum. Die Verweigerung eines Tests wird genauso bestraft wie das Fahren unter Drogeneinfluss.

Anders ausgedrückt: Die Verweigerung eines Tests ist keine Schutzstrategie. Rechtlich wird diese Verweigerung genauso streng geahndet wie der Verdacht auf ein Vergehen. Der Fahrer unterliegt daher denselben Strafen, ohne dass der ursprüngliche Verdacht ausgeräumt wird.

Diese Regel ist wichtig für CBD-Konsumenten, die aufgrund eines falsch etikettierten Produkts ein positives Testergebnis befürchten könnten. Auch in diesem Fall löst die Verweigerung eines Tests keine Probleme. Im Gegenteil, sie verschärft die Situation, da sie jede Möglichkeit der Klärung durch die in den Vorschriften vorgeschriebenen Analysen ausschließt.

Der CBD-Markt bietet nicht alle erwarteten Garantien

Das mit CBD verbundene Risiko rührt auch von der noch immer nicht vollständigen Zuverlässigkeit einiger nicht-pharmazeutischer Produkte her. Die OFDT-Studie 2022–2023 hebt die unzureichende Einhaltung der Kennzeichnungsvorschriften hervor. Für Verbraucher bedeutet dies, dass es mitunter erhebliche Diskrepanzen zwischen den Angaben auf der Verpackung und dem tatsächlichen Inhalt des Produkts gibt.

Besonders aussagekräftig ist die Tatsache, dass in 12,5 % der Proben THC-Werte über dem Grenzwert von 0,3 % festgestellt wurden. Der zwischen 2022 und 2023 beobachtete Anstieg zeigt, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt. Es stellt ein Marktrisiko und somit ein Risiko für die Verbraucher dar.

Besonders hervorzuheben ist, dass auch in Apotheken gekaufte Produkte in die Stichprobe einbezogen wurden. In dieser kleinen Teilstichprobe fand das OFDT jedes zehnte Produkt mit einem THC-Gehalt von über 0,3 %. Ohne daraus allgemeine Schlüsse über das gesamte Apothekennetz zu ziehen, verdeutlicht dies, dass kein Vertriebskanal eine absolute Garantie für THC-freie Produkte bietet.

CBD-Medikamente: eine andere, aber nicht unbedeutende Situation

In Frankreich sind zwei cannabinoidbasierte Medikamente von der OFDT (Französische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht) gelistet. Das erste ist Epidyolex®, das Cannabidiol mit Spuren von THC enthält und seit 2019 in Europa zugelassen ist. Das zweite ist Sativex®, das sowohl THC als auch CBD enthält.

Sativex® war jedoch auch 2024 noch nicht im Handel erhältlich. Diese Klarstellung ist wichtig, da sie zeigt, dass nicht alle Produkte auf Cannabinoidbasis denselben rechtlichen Status haben. Die rechtlichen Rahmenbedingungen und praktischen Auswirkungen unterscheiden sich erheblich zwischen zugelassenen Arzneimitteln, Wellnessprodukten und Produkten für den Freizeitgebrauch.

Doch selbst im Kontext von Medikamenten bleibt das Problem des THC bestehen. Der Nachweis von THC-Spuren in einigen Präparaten verdeutlicht, dass es bei Drogentests nicht allein um die Legalität des konsumierten Produkts geht. Entscheidend für den Test ist auch die tatsächlich nachgewiesene Substanz.

Vorsicht ist daher weiterhin geboten, wenn man nach dem Konsum von CBD Auto fahren möchte. Die Kernbotschaft ist einfach: Der Kauf eines als „CBD“ gekennzeichneten Produkts garantiert nicht die Abwesenheit von THC und schützt somit nicht vor rechtlichen Risiken beim Autofahren. Aufgrund unvollkommener Kennzeichnung, der Nachweisgrenze für THC im Speichel von 15 ng/ml und einer Null-Toleranz-Politik besteht ein reales Risiko.

Abgesehen von der Strafe geht es auch um die Sicherheit. Straßenverkehrsbehörden geben an, dass 2019 494 Menschen bei Unfällen unter Drogeneinfluss ums Leben kamen – das entspricht 23 % aller Verkehrstoten. Bevor man sich also ans Steuer setzt, sollte man CBD kritisch hinterfragen: Es ist zwar legal, aber nicht ohne Risiko hinsichtlich Entdeckung und Haftung.

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